Zeche Brockhauser Tiefbau

Im Feld dieser Zeche förderten früher fünf Stollenbetriebe. Der Stollen Friedrich bestand mindestens seit 1732. Es wurde mit Unterbrechungen bis 1850 Kohle gefördert. Noch älter ist der ehemals landesherrliche Stollen Preußischer Zepter, der nachweislich seit spätestens 1700 in Förderung stand. Malakoffturm Am Bliestollen BO-Stiepel1808 kam der Betrieb in der damaligen unruhigen Zeit zum Erliegen; er wurde erst 1852 wieder aufgenommen. Es wurde ein Förderschacht abgeteuft. Die Zeche hat bis 1877 gefördert. Der Stollen Treue bestand ebenfalls schon um 1700, hat bis 1810 gefördert und nach zwanzigjährigen Stilliegen wieder von 1830 bis 1851. Ignatius förderte seit 1763. Der Betrieb wurde 1781 stillgelegt und 1831 wieder aufgenommen. 1841 kam er endgültig außer Betrieb. Der Stollen Dibitsch kam 1854 in Förderung und schon 1859 zum Erliegen. 1873 wurden die Felder dieser fünf Zechen konsolidiert und erhielten den Namen "Brockhauser Tiefbau". Es ist ein Tiefbauschacht abgeteuft worden, der 1875 die Förderung aufnahm. Über dem Schacht wurde ein Malakoffturm in Bruchsteinmauerwerk errichtet (etwa quadratischer Grundriss, Ecken und Sandsteinquadern betont, Rundbogenfenster, Fensterrahmungen aus Sandsteinquadern). Die Zeche hatte stets mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen, weil der Kohlenversand nur über die Ruhr erfolgte. 1886 entschloss man sich, die Zeche zu verkaufen; 1887 ging sie in das Eigentum der "Union Aktiengesellschaft für Bergbau-,Eisen- und Stahlindustrie (Dortmund) über, die den Betrieb im Schacht einstellte. 1898 ist er vorübergehend noch einmal als Wetterschacht in Betrieb genommen worden. 1912 wurde er endgültig abgeworfen.

 

Zeche Carl Wilhelm

Diese Zeche entstand 1844 durch Umbenennung des Stollenbetriebes Altemann (auch Alte Mann oder Alter Mann), der schon in den fünfziger Jahren des 18.Jahrhunderts verliehen worden war. Es war ein tonnlägiger Schacht (Wilhelm) vorhanden, und 1845 wurden insgesamt 4700t Kohle gefördert. 1855 belief sich die Förderung (29 Beschäftigte) auf etwa 4500t. Von 1859 bis 1868 lag der Betrieb, der schon vorher ständig Zubußen erfordert hatte, still. Die Förderung ist 1869 wieder aufgenommen worden und betrug 1877 (22 Beschäftigte) rund 5000t. Die Stillegung erfolgte 1875. 

 

Zeche St.Georgen-Erbstollen

Die Mutung ist 1766 eingelegt worden, und 1773 erfolgte die Verleihung des Erbstollenrechts. Das Ansetzen des Stollens begann 1774; in diesem Stollen ist in geringem Umfang auch Kohle gefördert worden. 1789/90 wurde der Kohlenabbau eingestellt. Schließung 1820. Die Berechtsame kam 1825 zu Carl-Friedrichs Erbstollen.

 

Kohlentransport an der Ruhr                                                                                                                                                                                                  Der Kohlentransport von den Zechen Dickebäckerbank, Nockerbank, Johann Friedrich und Mathias zu den Kohlenniederlagen an der Ruhr war bei den damaligen Wegeverhältnissen sehr beschwerlich.  Bergrath Eversmann machte daher nach Studien in England dem Freiherrn von Stein den Vorschlag, den Rauendahler Kohlenweg mit Eisenschienen auszustatten und mit einem dafür geeigneten Wagen (nach englischem Vorbild) zu betreiben. Ab 26. Januar 1787 führ hier die erste ,,Eisen"-Bahn in Deutschland. Die Förderwagen wurden an den Schächten beladen und fuhren durch das Schienengefälle von 6° durch einen Bremser kontrolliert selbstständig zur Ruhr. Nach der Entladung zog ein Pferd den Wagen wieder bergan.

 

 

 

Zeche Vereinigte Gibraltar Erbstollen

Die Geschichte des Erbstollens beginnt mit der 1786 beantragten Genehmigung zum Kohlenabbau durch das ehemalige "Zeche Gibraltar Kemnader SeeKönigliche Oberbergamt" Dortmund. 1830 wurde mit der Auffahrung des insgesamt 2000m langen Stollens begonnen. Die Zeche Gibraltar transportierte die geförderte Kohle durch den Erbstollen zu einem Lagerplatz an der Ruhr. 1855 förderten 123 Bergleute rund 21.400t Kohle. Die Erbstollen dienten in erster Linie der Entwässerung und nicht der Förderung. Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Bergwerk 1919Mundloch Zeche Gibraltar erneut in Betrieb genommen.1921 ist ein Tiefbauschacht abgeteuft worden; er nahm 1922 die Förderung auf (Teufe 220m). Die Zeche förderte mit einer Belegschaft von 480 Mann in den zwanziger Jahren 120.000t Esskohle jährlich. die Stillegung erfolgte 1925.  Drei Jahre später kam die Konsolidation mit Glückswinkelburg, und 1971 wurde die Berechtsame von Herbede übernommen.  

 

Zeche Pfingstblume

Ein Kohlenfund unter dem Wurzelstock einer gerodeten Buche (heutiges Stollenmundloch) veranlasste den Bochumer Kaufmann Georg Cramer 1834, auf das hier zu Tage tretende Steinkohlenflöz Mutung beim Mundloch an der Brockhauserstr.126  BO-Stiepel" Königlich Preußisch-Märkischen Bergamt" in Dortmund einzulegen. Der Name weist auf einen in der Nähe des Fundpunktes blühenden Ginsterstrauch (der in Westfalen auch Pfingstblume genannt wird). Da etwa zeitgleich noch vier weitere Mutungen in der Nähe der Pfingstblume erfolgten, veranlasste die Bergbehörde die Einigung der Muter und erteilte mit der Verleihungsurkunde vom 22.10.1850 der Steinkohlenzeche "Vereinigte Pfingstblume" die Abbaugenehmigung. 1864 förderten 18 Bergleute ca. 900t Kohle, 1874 ca. 150 Beschäftigte fast 18.000t Kohle. Der Abtransport des Fördergutes erfolgte mit Ruhrschiffen. Die Stollenzeche baute vier Flöze mit einer Mächtigkeit zwischen 45 cm und 1,45m. Die Gesamtauffahrung der Querschläge und Flözstrecken betrug etwa 900m. Die Stillegung erfolgte 1893.

 

Zeche Preußischer Zepter

Diese Zeche war bereits seit 1695 in Betrieb und somit eines der ältesten Bergwerke im Raum Bochum. Der von hier aufgefahrene Stollen nach Osten und Westen war zuletzt mindestens 586m lang. im 18.Jahrhundert war die Zeche mit kurzen Unterbrechungen praktisch ständig in Betrieb, und 1762 begann das Abteufen eines Förderschachtes. 1772 ist ein weiterer (tonnlägiger) Schacht abgeteuft worden (78m flache Teufe). 1774 waren ein Stollen und drei Förderschächte in Betrieb, und 1780 gab es einen Schiebkarrenweg zur Ruhr; 1794 ist ein neuer Förderstollen angesetzt worden. An der Schwelle des 19.Jahrhunderts ging die Kohlenförderung stark zurück; die Stillegung erfolgte 1808. Die Schächte wurden verfüllt. Die Zeche, die sich im Besitz des preußischen Staates befand, wurde 1852 an private Gewerken verkauft. 1853 kam es zum Erwerb der Zeche Friedrich, ein gemeinsamer Förderschacht wurde geteuft (Friedrichstal). Über dem Schacht ist einer der ersten Malakofftürme an der Ruhr errichtet worden. 1855 begann die Förderung in diesem Schacht; sie belief sich in diesem Jahr auf rund 3.500t Kohle (38 Beschäftigte). 1860 ist mit Zeche Friedrich ein gemeinsamer Wetterschacht abgeteuft worden. 1870 betrug die Kohlenförderung über 13.000t (175 Beschäftigte); die höchste Förderung wurde 1871 mit fast 26.000t erbracht. Die Konsolidation zu Brockhauser Tiefbau erfolgte 1873.

                                                                                                       

(aus "Die alten Zechen an der Ruhr"  W.Hermann)                                         

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