Kohlentransport auf
der Ruhr
Seit der Schiffbarmachung
der Ruhr im 18.Jahrhundert transportierten spezielle Lastkähne, auch Ruhraaken
genannt, die geförderte Kohle bis hin zu Rhein. Auch in unserer Gegend
herrschte zu der damaligen Zeit reger Schiffsverkehr. Noch heute erinnert der
gern von Erholungssuchenden genutzte Leinpfad, auf denen die Treidelpferde
gingen, an diese Zeit. Die eingesetzten Schiffe, aufgrund ihrer Bauform auch
Nachen genannt
, waren im Hinblick auf den Verwendungszweck, lediglich auf den
Transport von Kohle ausgelegt und nur auf Binnengewässern einsetzbar. In der
Regel wurden sie mittels Pferdekraft flussaufwärts gezogen (getreidelt), flussabwärts
wurden gelegentlich unter guten Voraussetzungen auch Segel gesetzt. Die letzten
Kohlenschiffe auf der Ruhr fuhren gegen Ende des 19.Jahrhunderts, die angehende
Zeit der Eisenbahn hat dem Kohlentransport auf der Ruhr den Niedergang
gebracht.


Carl Friedrich
Erbstollen Stiepel/Weitmar
Im Feld dieser Zeche
bestanden ursprünglich drei Stollenbetriebe (St.Georgen-Erbstollen,Sternberger
Stollen, und Harmannsbäncker Stollen). Seit 1773 wurde aus ihnen Kohle
gefördert, allerdings jeweils mit längeren oder kürzeren Unterbrechungen. 1825
sind die Betriebe unter dem Namen Carl Friedrichs Erbstollen konsolidiert
worden.1852 war der Kohlevorrat über der Erbstollensohle abgebaut.
Für den Abbau der tiefer liegenden
Vorräte wurde daher ein Förderschacht (Maschinenschacht) abgeteuft, der 1855 in
Betrieb kam. Die auf der Zeche geförderte Kohle musste über die Ruhr verschickt
werden, weil auch die 1846 in Betrieb genommene Köln-Mindener Bahn zu weit entfernt
verlief. Nach dem Übergang der Zeche an die Henrichshütte in Hattingen wurde
zwischen beiden Werken eine Eisenbahnverbindung hergestellt. 1862 ging das
Bergwerk zum Tiefbau über; der Tiefbauschacht (Carl Friedrich Erbstollen 1)
nahm 1865 die Förderung auf. Der alte Maschinenschacht blieb weiter in Betrieb;
er wurde erst 1873 stillgelegt. 1882/83 ist eine Kokerei errichtet worden. Das
Abteufen eines Wetterschachtes (Carl Friedrich Erbstollen2) an der westlichen
Landstraße von Bochum nach Stiepel begann 1884; 1887 wurde das Grubenfeld
Brockhauser Tiefbau dem Bereich der Zeche zugeschlagen. 1905 waren drei
Schächte in Betrieb, und die Kohlenförderung belief sich auf über 234.000t
(1190 Beschäftigte). 1910 kam das Bergwerk in den Besitz der "Deutsch-Luxemburgischen
Bergwerks- und Hütten AG". In der Folgezeit wurde die Zeche über und unter
Tage stärker ausgebaut. Förderung 1910: 312.000t Kohle bei 1510
Beschäftigten; das war die höchste Produktion, die je erreicht worden ist. Ende
1914 ist jedoch die Kokerei stillgelegt worden, weil die geförderte Kokskohle
nicht den Ansprüchen entsprach. Außerdem war der Kohlevorrat des Feldes Carl
Friedrich Erbstollen zu gering um eine nachhaltige Förderung
aufrechtzuerhalten. Die Kohlenvorräte ließen sich leicht von der Zeche
"Prinz Regent" aus mitgewinnen. 1917 wurde die Zeche von einem
schweren Grubenunglück betroffen; ein Seilriss (Absturz des Förderkorbes)
forderte 41 Todesopfer. Die Stillegung erfolgte 1924. Die Schachtanlage diente
fortan nur noch als Außenanlage (in der Hauptsache Wetterschachtanlage) für die
Zeche Prinz Regent. 1930 erfolgte der Abbruch der Tagesanlagen.
Klosterbusch Stiepel-Querenburg
Die Gewerkschaft Ver.
Klosterbusch ist aus der Eisensteinzeche Vereinigte Klosterbusch im Bergrevier
Essen-Werden hervorgegangen, die bis 1878 förderte. das Eisensteinbergwerk war
1857 aus der Konsolidierung der Eisensteinbergwerke Marcus und Klosterbusch in
der Gemeinde Bredeney bei Essen entstanden. Die Tiefbauanlage, die über eines der wenigen bauwürdigen
Eisensteinflöze im Ruhrtal verfügte, lag in Werden (unmittelbar an der Ruhr).
1918 sind in Querenburg zunächst zwei tonnlägige Schächte in Betrieb genommen
worden, die bis 1922 eine jährliche Kohleförderung von 126.000t erreichten.
1923 begann das Abteufen eines seigeren Förderschachtes, der 1924 in Betrieb
ging. Die Tagesanlagen sind in den nachfolgenden Jahren entsprechend der
steigenden Förderung ausgebaut worden. 1926 wurden 350.000t Kohle gefördert.
1935 begann das Abteufen des Schachtes 2, der 1937 als Wetterschacht in Betrieb
genommen wurde. In diesem Jahr belief sich die Förderung auf 454.000t Kohle.
Während des 2.Weltkrieges wurden die Tagesanlagen durch Luftangriffe schwer
beschädigt. Nachdem die Förderung 1945 vorübergehend ausfiel, erholte sie sich
schnell und erreichte 1949 wieder über 300.000t. 1955 kam ein zweiter
Wetterschacht in Betrieb. Teufe der Hauptfördersohle: 368m. Förderung
1960: 300.000t Eßkohle. Die Stillegung erfolgte 1961.
(aus "Die alten Zechen an der Ruhr" W.Hermann)