Weit in die Vergangenheit läßt sich in Stiepel die Geschichte des Bergbaus verfolgen.

Der Streit um den "Stiepeler Kohlezehnten" ist verlässlich aufgezeichnet und lässt sich bis 1632 und weiter zurückverfolgen, als Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg Diedrich von Diest aus einem märkischen Adelsgeschlecht zum ersten Bergvogteiverwalter und Bergmeister des märkischen Bergbaus mit Sitz in Wetter ernannte.

Über die Abgaben wurde bis ins 19. Jahrhundert hinein gestritten. 1684 gab es eine Vernehmung, an der Bergleute der Zeche "In der Sandfort" teilnahmen und angaben, nur nebenberuflich im "Kolberg" tätig gewesen zu sein.

Auch die Auflistung der Steuerliste aus dem Jahre 1855 wirft nur ein Schlaglicht auf die Verhältnisse in Stiepel. Danach waren 276 Personen unmittelbar dem Steinkohlenbergbau und der Kohlenschifffahrt zuzurechnen: Davon 230 Bergleute, 13 Invaliden, fünf Steiger, ein Schiffbauer als Unternehmer, acht Ruhrschiffer und zwei Ruhrarbeiter. 72 Kötter und Tagelöhner gehörten ebenfalls zum Bergbau.

Neben diesen 348 Personen befanden sich lediglich 98 weitere Steuerpflichtige in Stiepel. Fünf Schmiede, acht Schneider und drei Seidenweber waren einige von ihnen. Zur Landwirtschaft gehörten 25 Landwirte, drei Schäfer, ein Landwirt und Bierbrauer, ein Pferdehändler und neun Bäcker.

29 Jahre später gründete sich auch in Stiepel der Knappenverein ,,Schlägel und Eisen", der die Bergleute in Not unterstützte.

Die Blütezeit seiner über 120 jährigen Geschichte hatte der Verein während des Steinkohlebergbaus in Stiepel. Doch obwohl die Lichter des Bergbaus schon lange ausgegangen sind, werden vielfältige Kontakte zu befreundeten Knappenvereinen gepflegt.

Heute sieht der Verein seine vordringlichen Aufgaben im Erhalt des bergmännischen Geistes und der aktiven Teilnahme an der Entwicklung Stiepels, sowie der Heimatpflege.

 

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